Eigenleistung beim Hausbau: Wo es sich lohnt — und wo nicht
Selbst anpacken kann Geld sparen, aber auch teuer werden. Ein Experte erklärt, welche Eigenleistungen sinnvoll sind.
TL;DR
- Eigenleistung kann sparen — wenn man Zeit und Können mitbringt
- Sinnvoll: Malerarbeiten, einfache Bodenbeläge, Gartengestaltung
- Riskant: Elektrik, Sanitär, tragende Konstruktionen
- An der Grundsubstanz des Hauses sollte nie gespart werden
Wo Eigenleistung sinnvoll ist
Matthias Büdenbender, Geschäftsführer von Büdenbender Hausbau, sieht Eigenleistung differenziert:
„Wenn man in der Lage ist, eine gewisse Eigenleistung mit einzubringen, wenn es geht, da kann man schon was sparen. Klar, aber dafür muss man auch die Zeit haben und das Können."
Typische Eigenleistungen, die realistisch sind:
- Malerarbeiten — mit guter Vorbereitung auch für Laien machbar
- Einfache Bodenbeläge verlegen (Laminat, Vinyl)
- Gartengestaltung und Außenanlagen
- Tapezieren — wenn man es kann
Wo Eigenleistung riskant wird
Gefährlich wird es, wenn Bauherren ihre Fähigkeiten überschätzen:
„Da gibt es halt auch schon mal Punkte, wo sich Bauherren gerne überschätzen, weil sie einen kennen, der irgendwas kann."
Finger weg von:
- Elektroinstallation (Sicherheitsrisiko, Abnahme erforderlich)
- Sanitärarbeiten (Gewährleistungsprobleme)
- Alles was die Gebäudehülle betrifft (Dämmung, Fensteranschlüsse)
- Tragende Konstruktionen
Die goldene Regel
„Man sollte auf keinen Fall beim Hausbau an der Grundsubstanz des Hauses sparen."
Passt das zu Ihrem Projekt?
Beschreiben Sie Ihre Situation — unsere Experten geben Ihnen eine individuelle Einschätzung.
Grundsubstanz bedeutet: Wandaufbau, Dämmung, Dach, Fenster. Diese Elemente bestimmen die Energieeffizienz, den Wohnkomfort und den Werterhalt für Jahrzehnte.
Ein wichtiger Punkt: Gewährleistung
Wenn der Bauherr selbst Hand anlegt, endet an dieser Stelle die Gewährleistung des Bauunternehmens. Thomas Hoffmann erklärt:
„In dem Moment, wo ich im Handwerk auf eine ausgeführte Leistung aufbaue, nehme ich das darunter liegende Gewerk ab."
Das bedeutet: Wer nach den Spachtelarbeiten des Bauunternehmens selbst streicht, übernimmt die Verantwortung für das Ergebnis.
Fazit
Eigenleistung ist kein Allheilmittel zum Geldsparen. Sie funktioniert bei handwerklich einfachen Arbeiten, wenn genug Zeit vorhanden ist. Bei allem, was die Substanz, Sicherheit oder Gewährleistung betrifft, ist professionelle Ausführung die bessere Investition.
Häufige Fragen
Welche Eigenleistungen sind beim Hausbau sinnvoll?
Malerarbeiten, einfache Bodenbeläge (Laminat, Vinyl), Gartengestaltung und Tapezieren sind realistische Eigenleistungen. Voraussetzung: ausreichend Zeit und handwerkliches Können.
Wo sollte man beim Hausbau nicht selbst arbeiten?
Elektroinstallation, Sanitärarbeiten, alles an der Gebäudehülle (Dämmung, Fensteranschlüsse) und tragende Konstruktionen sollten immer vom Fachbetrieb ausgeführt werden.